Der Förderkreis übernimmt das Odeon - oder doch nicht?

Nein, leider doch nicht... Auch wenn es am gestrigen Tag durchaus nette Glückwünsche hocherfreuter Goslarer oder eine vorsichtige Rückfrage der lokalen Presse gegeben hat, müssen wir leider eingestehen, dass wir der Verlockung eines dubiosen Brauchtums im Zusammenhang mit dem 1. April erlegen waren. Beim Odeon bleibt also zunächst alles wie gehabt, und der Förderkreis konzentriert sich vmit vollem Elan auf das eigene, vielversprechende Programm. Den vollständigen Text unserer gestrigen Ankündigung können Sie aber weiterhin auf der nachfolgenden Seite lesen.

April, April ... - der nachfolgende Text erschien am 1. April 2010 und sorgte durchaus für die eine oder andere Irritation in Goslar. Wir bedanken uns vor allem bei den Autoren jener Zuschriften, die für das Odeon "endlich eine erfolgsversprechende Zukunft" oder das Theater selbst "in den richtigen Händen" gesehen haben. Nachfolgend der Original-Text unserer Ankündigung.


Nun ist es raus: während die Öffentlichkeit zuletzt von der Goslarer Poltik immer wieder mit ausweichenden Antworten hinsichtlich der Zukunft des Odeon-Theaters vertröstet wurde, fanden buchstäblich 'hinter den Kulissen' intensive Gespräche über den möglichen künftigen Betreiber des Hauses statt. Heute wurde bekannt gegeben, dass es der Förderkreis Goslarer Kleinkunsttage e.V. sein wird, der ab Saison 2010/2011 das Theater betreibt.

Das "Odeon" demnächst unter Förderkreis-RegieDer 1. Vorsitzende des Vereins, Tristan Niewisch, der mit diesem Schritt gleichzeitig die Nachfolge von Noch-Odeon-Geschäftsführerin Marianne Guder-Brauer antritt, zeigte sich erfreut über die Entscheidung der Stadt, die Verantwortung für den traditionellen Spielort in die Hände des Vereins zu geben, da zuletzt das Kulturkraftwerk immer häufiger an seine Grenzen gestoßen ist. Bei ausverkauften Veranstaltungen "hätte man regelmäßig gut die doppelte Menge an Karten verkaufen können", so der Kleinkunst-Chef. Mit dem nun deutlich vergrößerten Platzangebot im Odeon wird dieses Problem künftig nicht mehr auftreten.

Gleichzeitig erhofft man sich im Verein auch einen neuen Motivationsschub für das ehrenamtlich tätige Organisationsteam, da sich bei den zuletzt meist routinierten Aufgaben im Verein Unterforderung und Langeweile breit machten. "Das Odeon betreiben zu dürfen, ist in gewisser Weise genauso befreiend wie der Neustart in einer dahinsiechenden Ehe", kommentierte Tristan Niewisch den Hintergrund mit ein wenig Ironie.

Die Vorzeichen für diesen Schritt ließen sich bereits vorher deuten: dass das für das Kulturkraftwerk vorgesehene Herbst-Programm bislang noch weitestgehend zurückgehalten wurde, hängt direkt mit den Planungen des Odeon-Spielbetriebs und den damit verbundenen vertraglichen Bedingungen zusammen. Auch die Ankündigung von Odeon-Geschäftsführerin Marianne Guder-Brauer vor einigen Monaten, sich von ihren Aufgaben trennen zu wollen, stellt sich in diesem Zusammenhang als nicht zufällig dar.

Kulturkraftwerk-Zukunft noch ungewiss

Nachdem der Spielbetrieb ab Sommer nun also in das Odeon verlegt wird, muss noch eine neue Nutzung für das ehemalige Kulturkraftwerk gefunden werden. Bislang ist lediglich klar, dass das Gebäude nach wie vor in Vereinshänden bleiben soll, nur die Art der Nutzung wird derzeit noch intern diskutiert. Eventuell bietet sich eine künftige Verwendung in einer Form einer Markthalle an, ähnlich des Fischmarktes in Hamburg. Begleitet mit einem regelmäßigen Kulturprogramm Samstag früh bereits ab 8 Uhr könnte diese Idee eine nachhaltige Bereicherung für den Tourismus in Goslar sein. Weitere Ideen werden derzeit noch mit dem Versorgungsunternehmen Harz Energie erörtert.