Vom Gleichstrom zur Kleinkunst - die Geschichte des Kulturkraftwerks

1909 die Stadt Goslar baut ein eigenes Gleichstromkraftwerk; für eine kleine Stadt wie Goslar eine beachtenswerte Pionierleistung. Als Antrieb für den Gleichstromumformer diente ein Dieselmotor, der für den Antrieb der ersten U-Boote damaliger Zeit konzipiert war.

1925 die Energieversorgung der Stadt wird auf die Gesellschafter Thüringer Gasgesellschaft und Nordharzer Kraftwerke GmbH aufgeteilt. Der Ausbau des Kraftwerkes, vor allem aber des Leitungsnetzes der Stadt erfolgt und 1928 wird eine zweite Dieselmaschine aufgebaut.

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1949 die Umstellung auf ein gemeinsames Wechselstromnetz beginnt. Seit 1912 dienten die Überlandleitungen (aus Derenburg) zunächst nur industrielle Abnehmer. 1959 entsteht ein neues Leitungsnetz mit Umspannstationen, das nun alle Haushalte und Firmen mit dem „neuen“ Strom versorgt. Im Kraftwerk schaltete man am 20.08.1959 auch den ersten U-Boot Motor ab, der zu diesem Zeitpunkt bereits den Status eines Museumsstücks hatte; das Kraftwerk stellt seinen Dienst ein und wird demontiert.

1961 zieht die Druckerei Toegel, 1964 die Nordharzer Druckerei Lehmann K.G. in den Räumlichkeiten ein -bis der Raum als Lager des Versandhaus Quelle und letztendlich als Materiallager durch die Nordharzer Kraftwerke (später HarzEnergie) genutzt wird.

2003 die Harz Energie baut ein neues Lager in Osterrode wovon der Vorsitzende des Förderkreises Goslarer Kleinkunsttage, Tristan Niewisch, aus der Goslarschen Zeitung erfährt und dazu verleitet, Herrn Diestel von der Geschäftsleitung der HarzEnergie anzurufen und nachzufragen was denn aus dem derzeitigen Lager wird. Der Förderkreis Goslarer Kleinkunsttage führt zu diesem Zeitpunkt seit 25 Jahren ein Kleinkunstprogramm in Goslar durch und mietet unterschiedlichste Räume an - Ein Konzept, dass sich finanziell, technisch und organisatorisch nicht auf Dauer durchhalten lässt. Die Idee eines Kulturkraftwerkes, in dem statt elektrischer Energie nun die Energie der Künstler auf die Zuschauer übertragen werden soll, ist geboren. Die HarzEnergie und der Förderkreis sehen den beiderseitigen Vorteil in der Nutzung und Bewerbung des Gebäudes als Kulturspielort.

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Am 7. August 2003 unterzeichnen Ulrich Diestel, Geschäftsführer der HarzEnergie, und Tristan Niewisch, 1. Vorsitzender des Förderkreises, den Vertrag, der dem Verein eine 10-jährige Mietfreiheit einräumt, wenn der Verein den Innenausbau zum Kulturspielort auf eigene Kosten übernimmt. In etlichen hundert Stunden ehrenamtlicher Arbeit und mit der Hilfe der HarzEnergie und zahlreichen Sponsoren wird aus dem alten Kraftwerk das neue Kulturkraftwerk. Wände werden verputzt, gestrichen, tapeziert, isoliert, Elektroverkabelung erneuert, Wasser-, Heizung- und Abwasser-Installationen in überwiegender (fachkundigen) Eigenleistung der Mitglieder erbracht.

Am 4. Juni 2004, 95 Jahre nach der Errichtung, öffnen sich die Tore des Gebäudes erneut. Das Kulturkraftwerk HarzEnergie beginnt zugleich mit den 25. Goslarer Tagen der Kleinkunst seine neue Spielzeit mit dem traditionellen Figurentheater-Stück "Jedermann!". Das Haus mit 199 Stühlen ist gleich am ersten Tag ausverkauft.

2007 der Familiensonntag ersetzt das unregelmäßige Kinderprogramm und bietet ein hochwertiges Programm an, das Kinder bis 12 Jahren und auch Erwachsene stärker anspricht.

2007 die HarzEnergie findet mit der AVACON und Phillips Sponsoren für eine beeindruckende, anspruchsvolle Gebäudeillumination, mit der das Kulturkraftwerk an Veranstaltungstagen auch nach außen wirkungsvoll in Szene gesetzt wird.

2008 die Aufführungen im Kulturkraftwerks finden nicht nur in der Goslarschen Zeitung, sondern auch bei "Radio Okerwelle" mit mehr als 10 Stunden Sendezeit Anerkennung.

2009 Pünktlich zum 5-jährigen Bestehen und zu den 30sten Goslarer Tagen der Kleinkunst, wird der kostenlose Nutzungsvertrag mit der HarzEnergie bis zum Jahr 2019 verlängert.

2009 ist das Kraftwerk einer von 18 der renomiertesten Kleinkunst-Spielorte Deutschlands für die erste Deutsche Kabarett-Bundesliga. Alle Veranstaltungen sind vom ersten Spieltag an ausverkauft.

2009 sendet der Norddeutsche Rundfunk (NDR) erstmals seine Satire-Show "Hörsturz Live" aus dem Kulturkraftwerk

2010 Aufgrund der gemeinsamen positiven Erfahrungen aus dem Vorjahr mit dem Radiosender NDRInfo wird das Programm als Neues Fernsehformat unter dem Titel "Intensivstation" fortgesetzt. Bei der Fernsehaufzeichnung sind mit Künstlern, Radio- und Fernsehmitarbeitern und den Mitgliedern des Förderkreises insgesamt rund 100 Menschen an der Produktion beteiligt.  

(wird fortgesetzt...)