"Ein großes Danke an Euch, ich habe mich sehr wohl gefühlt. Bleibt tapfer und helft der Welt - mit solchen wie euch ist der Kampf machbar!"
Friedhelm Kändler (Juni 2007)
Das Kulturkraftwerk bereichert an weit über 30 Wochenenden – manchmal auch in der Woche – das kulturelle Angebot der Stadt Goslar. Mit der Fokussierung auf die Kleinkunst besetzt der Verein eine Nische, die sich einerseits von anderen Veranstaltungen abhebt, andererseits aber auch Brücken baut.
Schlägt man "Kleinkunst" im Wörterbuch nach, so findet man als Übersetzung "Kabarett" oder "Cabaret". Dies ist aber nur eine Facette der Kleinkunst, neben Clownerie, Pantomime, Marionetten, Maskenspiel, Comedy, Zauberer und unendlich vielen Mischformen. Eigentlich ist Kleinkunst alles, was nicht großes Schauspiel oder großes Theater ist. Wer einmal Kleinkunst erlebt hat, ist schnell fasziniert.
Insbesondere für Jugendliche ist die Hemmschwelle, mal ein Kleinkunstprogramm "zu versuchen", sehr hoch. Vielleicht auch, weil man im Kulturkraftwerk als „Kind“ zahlreiche Familienprogramme erlebt hat. Jetzt ist man erwachsen und herausgewachsen aus dem, was einen als Kind begeistert hat. Gleichzeitig fegt seit Jahren die (manchmal etwas oberflächliche) TV-Comedyszene über das Land und vermittelt ein sehr einseitiges Bild. Wir sehen mit unserem Programm die Chance, kulturell und intellektuell hochwertige Show besonders auch an Jugendliche zu adressieren.
Ein ähnliches Anliegen verfolgen wir mit dem Musikprogramm, welches gezielt eingestreut wird. Zwar eignet sich das Gesamtkonzept weniger für Rockkonzerte, aber Musik gehört zur Kleinkunst dazu und die Übergänge sind fließend. Mit Chanson, literarischen Gesangsstücken, A-Capella, Blues, Jazz, klassischen Konzerte lockern wir unser Programm auf, öffnen uns anderen Interessengruppen und hoffen natürlich, damit auch die Besucherbasis in der Summe zu verbreitern. Musikangebote sind somit Teil des Konzeptes geworden, möglichst viele Menschen für ein anspruchsvolles Programm begeistern zu können.
Ein besonderer Schwerpunkt kommt mit dem Familienprogramm hinzu. Neben Kinderstücken für die Kleinsten ab vier Jahren – die wir jährlich in den Goslarer Tagen der Kleinkunst anbieten – findenim Kulturkraftwerk häufig Familienprogramm-Stücke auf die Bühne, die die Eltern und Großeltern mehr begeistern als die Kinder. Wenn ein Elternpaar mit Karten zur Kasse kommt und fragt „Unsere Kinder wollten nicht mitkommen – dürfen wir trotzdem rein!“, dann sagt das sehr viel über die Qualität der ausgewählten Stücke aus.
Leider nein - das Kulturkraftwerk kann man nicht für Veranstaltungen oder Feiern mieten. Einerseits ist es eine klare Auflage des Finanzamtes andererseits dient diese selbst auferlegte Regel auch unserem eigenen Schutz vor Selbstausbeutung und Schutz aller anderen Gastronomen, Hotels und Veranstaltungsorte in der Region. Hinzu kommen Sponsorenverträge und fast das wichtigste - eine Vereinssatzung in der der Vereinszweck klar geregelt ist - die Organisation und Durchführung von öffentlichen Kulturveranstaltungen.
Wir arbeiten mit 20 Leuten ehrenamtlich und kostenfrei. Unser Ziel ist es Künstler und das kulturelle Angebot in Goslar zu fördern. Wir arbeiten nicht für Geld sondern aus reinem Idealismus. Jeder Wettbewerb mit anderen Gastronomen wäre unfair und im Übrigen rechtlich auch nicht erlaubt (Schwarzgastronomie). Getränke dürfen nur im Rahmen von Veranstaltungen ausgeschenkt werden - Essen dürfen wir selber schon gar nicht zubereiten.
Wir wollen ein lebendiges und kulturell vielschichtiges Kulturprogramm für Goslar und wir werden auch anderen Veranstaltungsorten keine Konkurrenz machen. Überschneidungen mit anderen Angeboten sind nicht immer zu vermeiden. Aber Veranstaltungsräume für unterschiedlichste Anforderungen, die man mieten kann und die – wie wir – Bewirtung und eine Bühne bieten, gibt es genug. Beispielsweise im Bergbaumuseum Rammelsberg (Schlosserei und Schmiede), Maltermeister Turm und 1548, die Kaiserpfalz, der Fuchsbau, der Lindenhof, alle Tagungshotels (wie Ramada Hotel Bären, Der Achtermann etc.), Clubräume in zahlreichen Hotels, viele kirchliche Häuser (z. B. Amsdorfhaus), Jugendzentren, Begegnungsstätten, Gaststätten (auch mit Bühne - Zum Löwen in Langelsheim) … Die Liste von Lokalitäten in Goslar, in denen man Auftritte organisieren oder einfach nur feiern kann, ist unglaublich lang.
Wir vom Förderkreis Goslarer Kleinkunsttage e. V. besetzen jeden möglichen Termin, den wir ehrenamtlich leisten können, mit dem eigenen Programm. Es gibt für uns keine freien Termine. Wenn im Kulturkraftwerk mal am Wochenende nichts stattfindet, dann haben wir entweder Rücksicht auf andere Veranstaltungen genommen, oder bekommen einfach - ausnahmsweise - in unserem eingespielten Team nicht genügend Leute zusammen, um das Kraftwerk technisch und organisatorisch zu betreuen. Unsere treuen Anhänger mögen uns das hin und wieder verzeihen.